Was macht die Politik Lunas aus?

Bereits in seiner vorherigen Amtszeit konnte Luna große Errungenschaften für das Amazonas Gebiet aufweisen. Damals ist es ihm gelungen, einen 80-prozentigen Rückgang der Entwaldung zu erwirken. Und obwohl er in der Vergangenheit auch häufig für die Wirtschaft und somit gegen die Umwelt und die indigene Bevölkerung gehandelt hat, verspricht er nun gegen die Abholzung anzugehen. Er strebt eine Null-Abholzung an und eine Aufforstung bereits entwaldeter Gebiete. Umweltverbrechen, Holzhändler und Goldschürfer sollen zukünftig härter bestraft werden. Den Bergbau und den Landraub indigener Territorien will er verhindern, indem er neue Schutzgebiete errichten lässt. Nicht nur soll so die indigene Bevölkerung stärker geschützt werden, sondern auch die biologische Vielfalt und Vegetation, die in den Territorien beinahe noch vollständig erhalten ist. Auch die Treibhausgase sollen so drastisch reduziert werden.

Aufgrund Lulas sozialem Hintergrund, er selbst wuchs in Armut auf, hat er sich schon in der Vergangenheit oftmals für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen eingesetzt. Auch bei den diesjährigen Wahlen versprach er, sich besonders in sozialpolitischen Belangen zu engagieren und die indigene Bevölkerung zu unterstützen. Dabei helfen sollen unter anderem Programme wie „Forme Zero“ (dt.: Null Hunger) oder „Bolsa Familia“, welche er bereits während seiner ersten Amtszeit einführte. Die Bevölkerung wird damit sowohl mit Lebensmittel versorgt, als auch finanziell unterstützt.

Hoffnung für Brasilien

Der Amazonas Regenwald speichert enorme Mengen an CO2 und stellt somit ein Kippelement in unserem Weltklima dar dar. Sollte es Lula nicht gelingen, dieses Gleichgewicht zu erhalten, könnte dies erhebliche Auswirkungen für den gesamten Planeten haben. Eine besondere Schlüsselrolle in der Erhaltung des Regenwaldes spielen dabei indigene Völker. Ihre Lebensweise ist darauf ausgelegt im Einklang mit der Natur zu leben und ihre Reservate bieten laut Studien einen maßgeblichen Schutz gegen die Entwaldung.

Lula, der angibt, sich sowohl für die indigene Bevölkerung, als auch für die Umwelt einsetzen zu wollen, gilt somit als Hoffnungsträger. Der Schutz und Erhalt des Regenwaldes sind jedoch keine Garantie. Der neue Präsident steht vor einigen Herausforderungen. Das konservative Parlament wird von der Agrarlobby dominiert, welche den eigenen Profit vor den Erhalt des Waldes stellen. Auch die Wirtschaftsmächte stellen sich gegen Lula. Um seine Ziele zu erreichen und einen Wandel ins Land zu bringen, muss es Lula gelingen, das gespaltene Land zu vereinen. Ob ihm dies gelingt, werden die nächsten Jahre zeigen.

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Bildquelle: Rafaela Biazi von Unsplash; CC0-Lizenz