Wie wirkt sich Arbeit und Überlastung auf die Gesundheit von Arbeitenden aus? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben jetzt Ergebnisse einer globalen Analyse zum Zusammenhang von Arbeitszeit und dem Risiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, veröffentlicht.

Die neue UN-Studie legt offen, dass Menschen, die durchschnittlich 55 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten, ein höheres Risiko haben, an Folgen koronarer Herzerkrankungen oder Schlaganfällen zu sterben als Menschen mit einer Arbeitszeit von 35-40 Stunden die Woche. Konkret steigt demnach das Risiko eines tödlichen Schlaganfalls um 35 Prozent und Herzerkrankungen um 17 Prozent.

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Laut den Forschenden sind 768.000 Personen durch diese Folgen der Überarbeitung gestorben, das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2000 einen Anstieg von 29 Prozent. Diese Folgen zeigen sich allerdings erst mit einer Verzögerung von schätzungsweise zehn Jahren. Das bedeutet, Betroffene von erhöhtem Sterberisiko sind meist Menschen im Alter von 60-79, die zwischen 40 und 74 Jahren enorm höherer Arbeitsbelastung ausgesetzt waren.

Die Studie zeigt auch einen Verlust von weltweit rund 23 Millionen gesunden Lebensjahren. Außerdem sind circa 488 Millionen Menschen von Überarbeitung, also mehr als elf Arbeitsstunden pro Tag, betroffen, besonders in Südostasien und im Westpazifik-Raum. Männer und ältere Menschen spüren den Ergebnissen nach am häufigsten die beschriebenen tödlichen Folgen. Europa und Nordamerika sind von den Problemen hinsichtlich Überarbeitung kaum betroffen, was auf bereits etablierte Arbeitsschutzregelungen zurückzuführen ist.

Insgesamt wird auch vor dem zusätzlichen Einfluss von Corona gewarnt, denn durch vermehrtes Arbeiten im Homeoffice können die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit einfacher verschwimmen.

Für die Studie haben die Forschenden der WHO und der ILO 2.300 Erhebungen zu Arbeitszeiten aus 154 Ländern analysiert und mit Datensätzen aus Studien von 1970-2018 zu koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Teilnehmenden abgeglichen.

„Kein Job ist dieses Risiko wert“ 

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus

Um die Gesundheit von Arbeitenden zukünftig zu verbessern und zu sichern, hat die WHO Handlungsanweisungenbereitgestellt, die von Regierungen, Arbeitgeber*innen sowie Arbeitnehmer*innen eingefordert werden:

  • Fest verankerte Arbeitsschutzgesetze und Arbeitszeitregelungen durch politische Vertreter
  • Tarifliche Verhandlungen und Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmerverbänden zu flexibleren Arbeitszeiten und auf maximale Stundensätze
  • Arbeitsteilungen unter Arbeiter*innen, um > 55 Arbeitsstunden pro Woche zu verhindern
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